The story continues ... und die Gefühle kochen. Und zwar auf diversen Stellen. Heute bei Adobe.

In seinem Blog veröffentlichte Adobe-Evangelist Lee Brimelow einen sehr emotionalen Beitrag "Apple Slaps Developers In The Face" [1]. Mutig, ehrlich und viel offener, als die PR-Abteilung von Adobe es gerne lesen würde. Dies führte auch dazu, dass der Beitrag mehrmals überarbeitet wurde, zahlreiche Hinweise auf eine persönliche Meinungäusserung wurden hinzugefügt. Die Hauptaussage des Beitrags blieb bestehen. Klar, es ist auch keine offizielle Meinung, dennoch ist Lee bei Adobe angstellt.
"... What they are saying is that they won’t allow applications onto their marketplace solely because of what language was originally used to create them. This is a frightening move that has no rational defense other than wanting tyrannical control over developers and more importantly, wanting to use developers as pawns in their crusade against Adobe..."
[1] http://theflashblog.com/?p=1888
Sieht Adobe die Situation wirklich gelassen? Ganz anders? Eigentlich nicht. In dem aktuellen Finanzbericht [2] an die US SOC (Securities and Exchange Commission) erläutert Adobe die Gefahren, die sich aus der aktuellen Strategie von Apple für das eigene Geschäft ergeben:
"... Additionally, to the extent new releases of operating systems or other third-party products, platforms or devices, such as the Apple iPhone or iPad, make it more difficult for our products to perform, and our customers are persuaded to use alternative technologies, our business could be harmed..."
[2] http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/796343/000079634310000007/form_10q.htm#riskfactors
Wie kein anderes Unternehmen versteht es Apple seine Anhänger emotional zu berühren, zu bewegen und an sich zu binden. Derzeit besitzt Apple ein "Monopol an Coolness", wie ein guter Freund von mir es mit Recht sagte. Tolle Produkte, überraschende Strategien. Begeisterte Kunden.
Wie reagiert die iPhone (bald auch iPad) Developer Community auf die neusten Entwicklungen?
Dan Grigsby, einer der herausragenden Vertreter der Developer Community und Autor zahlreicher Applikationen, verkündet in einem sehr emotionalen Beitrag "I’m Abandoning iPhone Development. Mobile Orchard To Stop Publication" [3] seinen Ausstieg. Übertrieben, voreilig, emotional ad-hoc? In jedem Fall steht Dan zu seinen Prinzipien und sein Ansehen in der Community wird ihm sicherlich eine gute Stellung sichern.
"... I’m a principled person. Apple’s offended my principles. Consequently, I’ve decided to abandon iPhone development. I won’t work in this ask-permission environment any longer ..."
[3] http://www.mobileorchard.com/goodbye/
Worum geht es eigentlich hier, warum reagiert keine offizielle Stelle? Sofern Apple keine marktbeherrschende Stellung einnimmt, ist ein solches Verhalten zulässig. Und nach Sherman Act [4] definiert sich ein Monopol erst ab 75% Marktanteil verbunden mit unzulässigen Geschäftspraktiken. Es stehen dem Unternehmen Apple also keine unmittelbaren Konsequenzen bevor, noch ist kein Monopol in Sicht.
[4] http://www.answers.com/topic/sherman-antitrust-act
Eine ganz andere Geschichte ist der Umgang mit seinen Kunden und Partnern und faire Geschäftspraktiken.
Es bleibt spannend.